Burgschreiber zu Beeskow - Henryk Bereska - Aphaia Verlag

Burgschreiber zu Beeskow - Henry Bereska

Burgschreiber zu Beeskow – Henryk Bereska

15,00 € inkl. MwSt.

Henryk Bereska, 10. Burgschreiber der Burg Beeskow 2003 mit
Malerei und Grafiken von Berliner und Brandenburger Künstlern.

  • Art.-Nr.: 01.
  • Kategorie: .

Produktbeschreibung

Kompendium der Zwiegespräche

„.Das Spinnweb der Zweige/ ist Durchgang Wolken und Sternen./ Die Krone weitgespannt Stimmgabel dem Wind.“ Novembernotizen auf der Wasserburg in der kleinen mittelalterlichen Kreisstadt Beeskow „in sandiger Gegend“ (lt. Meyers Konversationslexikon von 1924). Dort hat jemand seine Hausaufgaben mit summa cum laude gemacht! Henryk Bereska, Poet, hoch gerühmt, mit Preisen und Auszeichnungen vielfach geehrter Übersetzer; deutsch-polnischer Fährmann zwischen den ufern, erwies sich mit seiner Berufung zum zehnten Burgschreiber anno 2002 als überaus glückliche Wahl. Bescherte sie uns doch als Nachlese ein Bukett poetischer Blicke nicht nur auf Burgmauern.von schöner Substanz, roter Ziegelstein, mächtige Feldsteine, von Brombeergesträuch und anderem wirren Gebüsch umrankt, darüber der Himmel. Mit solcher Mauer lässt es sich leben.“ notiert er am 23. Juni seine ersten Eindrücke, bevor er neugierig in das Innenleben der Stadt mit ihrer siebenhundertfünfzigjährigen Geschichte eintaucht. In die Geschichte der kleinen Gassen, denen er liebevoll nachspürt in seinen Kolumnen. Auf Spurensuche mit Späherblick und scharfer Feder.
Wir dürfen uns freuen. Die Prüfungsarbeit liegt vor – ein anmutiges Buch vom Berliner APHAIA VERLAG, der Wort- und Bildkunst gleichermaßen hochrangig verpflichtet, was vorallem der enthusiastischen Herausgeberin Svea Haske zu danken ist, die auch durch ihre seit langem etablierte und begehrte „Mitlesebuch-Reihe“ in Sammlerkreisen hohes Ansehen genießt. „Burgschreiber zu Beeskow-Märkische Streifbilder“ nennt Bereska angenehm unprätentiös, ohne effektvoll verfremdende Worthuberei seine gelungene Halbjahresbilanz als Chronist, als Burgschreiber, von einer Galerie namhafter, befreundeter Malerpoeten einfühlsam begleitet.
Die augenfreundliche Typographie, großzügig gesetzt, auf gutem Papier, und eine ausgezeichnete Bildwiedergabe sollten der Vollständigkeit wegen nicht unerwähnt bleiben. Man blättert, staunt, erinnert sich. Ein schönes Blatt von Arno Mohr: „Die Krähen“- eine ruhig schwingende Radierung. Das flache Land, am grauen Himmel als Diagramm vielstimmig der Vogelflug. Man hört ihn, man fühlt das Jahr geht zu Ende, und dennoch ist ein großer Atem in dem Bild, verschränkt sich mit den nachbarlichen Zeilen des Dichters: „.Dahin torkeln sie, von weichen Polster/ der Lüfte getragen/ schrägt zum Wind gestellt/ ohne Hast streben sie einem Ziel zu/ das man morgen erreicht oder später.“ – ein wunderbarer Liebesakt zwischen Poesie und grafischer Kunst,. Ein Buch ür Mußestunden, für nachdenkliche Spaziergänger.
Die Wehmut eines verlassenen Bahnhofs. Wucherndes Grass auf den Schienen, von einem Fasanenpärchen sorglos überquert. Nichts bedroht sie in der keimenden Wildnis. Auch nicht das sterbende Bahnhofsgebäude, schmerzliches Relikt einer vergangenen dörflichen Zivilisation. Silvia Hagen, Bildhauerin, Malerin, beheimatet in der melancholischen Weite des Oderlandes, lässt es in ihrem Bild auferstehn. Mit zart-flüchtigen, sicherem Strich beschwört ie den Verfall, gibt ihm bleibende Konturen, schankt ihm Würde und Schönheit. Gelebte Trauer. „. inzwischen schaun die Fenster blind/ ins 21. Jahrhundert. Die Bahnhofskneipe/ ruht im Dornröschenschlaf. Kein Prinz/ der sie aus diesem Schlaf erlöst.“, antwortet ihr der Dichter gleich nebenan. Oder war es das Echo der Malerin auf die traurigen Verse des Henryk Bereska?
Wir wissen es nicht. Aber blättern weiter, berührt, verführt vom (oft entbehrten) Einverstandensein mit Schönheit. Ach ja, sie macht wieder sichtbar für uns, was die narzisstischen Jünger pseudomoderner Kunst in ihrer Zerstörungslust, mit ihrem deflorierten Menschenbild nicht mehr akzeptieren wollen: „Die Stunde der Übriggebliebenen“ (Metzkes, Bereska) nach dem großen Rausch der Selbstbetäubung, in der uns Stille, ihr Geheimnis, Nähe, Verinnerlichung, freundlich zugemutet werden.
So eine „freundliche Zumutung“ birgt dieses Kompendium der Zwiegespräche von Henryk Bereska und seinen Malerfreunden in anregender Vielfalt.
Man sollte sich unbedingt darauf einlassen!
Ingeburg Schirrmacher

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0.192 kg
Größe 24 x 17 cm
Verarbeitung

Hardcover

Seiten

56

ISBN

978-3-926677-40-2

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