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APHAIA VERLAG feiert 25-jähriges Verlagsjubiläum

Im Jubiläumsjahr 2011 feiert der APHAIA VERLAG sein 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass möchte der 1986 von Svea Haske und Sonja Wendeler gegründete Verlag auf die am 23. September 2011 im Rathaus Köpenick stattfindende Jubiläumsfeier mit Buchpremiere von "Mitunter fällt mir etwas ein... " – Eine dokumentierende Sammlung von Rosa Marie Bunt zum 70. Geburtstag des Filmkomponisten Peter Michael Gotthardt hinweisen. Im Rahmen der Buchpremiere mit Ausstellung von Zeichnungen Ralf Bergners ist eine musikalische Darbietung aus dem fünfteiligen Liederzyklus  "Delphische Paiane" von Peter Michael Gotthardt sowie Lesungen mit Musik vieler anderer APHAIA Künstler vorgesehen.

Anlässlich dieser Veranstaltung und der am 16. November im Lyrik-Kabinett, München, geplanten Feier möchten wir gemeinsam mit unseren Gästen und allen Interessierten auch Rückschau auf stürmische 25 Jahre des Verlagsbestehens halten. Der APHAIA VERLAG tut dies voller Überzeugung und Freude, denn von Anfang an begriff er sich als die lebendige Plattform, um – der Verlagsphilosophie der Einheit der drei Künste folgend – die Magie von Literatur, Musik und Bildende Kunst von Zeitgenossen zu präsentieren.

Der APHAIA VERLAG möchte deshalb bereits heute allen Kunden, Freunden und Interessierten von literarischen Kostbarkeiten des Verlags ein Dankeschön sagen und räumt allen, ausgenommen Buchhandel, einen ganzjährigen Jubiläumsrabatt von 25 Prozent auf alle Publikationen ein, die vor 2010 erschienen sind.

Der APHAIA VERLAG wurde Ende 1986 von Svea Haske und Sonja Wendeler (ehemals Schumann) gegründet. Das Verlagskonzept verbindet Literatur mit Musik und Bildender Kunst von Zeitgenossen in einer Weise, die deutlich werden lässt, wie eng diese Künste miteinander korrespondieren. Den Namen entlieh der Verlag dem Tempel der Aphaia auf der griechischen Insel Aigina, die malerisch im Saronischen Golf liegt, eine Schiffsstunde von Athen entfernt. Die kretische Göttin Britomaris wurde als Aphaia auf Aigina, ihrer neuen Heimat, verehrt. Ein Geheimnis, das wesentlich zur Namensgebung 'Aphaia' beitrug, sei hier angemerkt: der Parthenon-Tempel zu Athen, der Poseidon-Tempel auf Kap Sunion und der Aphaia-Tempel auf Aigina bilden ein gleichschenkliges Dreieck. Jede Gottheit dieser Tempel hat eine andere Wirkungskraft und doch gehören sie durch das Maß zusammen. Der APHAIA VERLAG versucht dieser Magie der Zusammengehörigkeit Rechnung zu tragen.

Das Verlagskonzept verbindet Literatur mit Musik und Bildender Kunst von Zeitgenossen. Alle drei Künste bewahren ihren eigenständigen Wert, wobei ein »geschlossenes« Manuskript einer/s Autor/in den Ausgangspunkt bildet. Verschiedene Varianten der Veröffentlichung lassen folgende Publikationen entstehen:

In der Reihe Literatur, Musik und Bildende Kunst von Zeitgenossen entstehen in der Zusammenarbeit von Autoren, Komponisten und Bildenden Künstlern Buchobjekte mit lyrischem Schwerpunkt (auch mehrsprachige Ausgaben). Zu den Texten werden Auftragskompositionen vergeben, deren Partituren im Buch abgedruckt sind. Die Musik und die graphischen Interpretationen verbinden sich mit den Texten zu einer Einheit. Die Bücher erscheinen i.d.R. als Broschur im Format 24 x 17 cm. Die Normalausgaben enthalten Abbildungen; den signierten und nummerierten Vorzugsausgaben liegen Original-Grafiken bei, vom Künstler signiert. Einige Buchpremieren sind aufgezeichnet und als Toncassette oder CD erhältlich.

Künstlerbücher, Bibliophile Kostbarkeiten, handgebunden, zum Teil in Blei gesetzt, mit Original-Graphiken auf erlesenem Papier handgedruckt, ergänzen das Programm.

Texte und Bilder vereinen Gedichte, auch Prosa mit Grafiken. Auch in dieser Reihe gibt es Vorzugsausgaben in kleiner Auflage, die im Druckvermerk signiert sind. Auch ihnen ist eine Original-Grafik beigelegt, vom Künstler signiert.

Sonderausgaben, Toncassetten CD's oder Notenbände erscheinen zu besonderen Anlässen wie beispielsweise zu Jubiläen, Musikpremieren oder Ausstellungseröffnungen.

Die Reihe Mitlesebuch bietet literarische Kostproben aus dem Schaffen der Autoren. Gedichte oder Kurzprosa werden in der Regel mit zwei reproduzierten Graphiken eines Künstlers kommentiert. Die 24-seitige fadengeheftete Broschur im Format 27 x 19 cm erscheint in zwei Auflagen von je 50 nummerierten und signierten Exemplaren. Zu Lesungen werden die Bücher vorgestellt und in der Regel mit Musik begleitet. Abonnenten werden portofrei beliefert und erhalten (sofern möglich) jeweils die gleiche Nummer sowie kostenlos einen von Wolfgang Nieblich graphisch gestalteten Sammelschuber, vom Künstler signiert.

In unserem Antiquariat bieten wir auch Restauflagen von Büchern unserer Autoren, die im Verlag Christian Frieden, Verlag Friedrich Nolte und Paian Verlag erschienen sind.

In und außerhalb Berlins fördert der Verlag den Dialog mit dem Publikum durch Lesungen seiner internationalen Autoren und Künstler, häufig verbunden mit Musik und/oder Ausstellungen. Wir freuen uns, Sie zu unseren Lesungen begrüßen zu dürfen. Schauen Sie doch mal in unseren Veranstaltungskalender.

Ihre Verlegerinnen
Svea Haske, Sonja Wendeler


Pressestimmen

Knistern statt Klicken

Zunächst klingt das ganz unglaublich: Zwei Frauen gründen 1986 einen Verlag, führen dabei Autoren, Komponisten und Bildende Künstler für zahlreiche Buchprojekte zusammen und – überleben! Entstanden sind inspirierende, geistreiche und über die Maßen lebendige Bücher,  die dennoch in keiner Bestsellerliste auftauchen. Von Uwe Baumann

Treffen mit Svea Haske. Sie ist  – gemeinsam mit ihrer Tochter Sonja Wendeler – die Gründerin, der Motor, das Herz des Verlages. Die hohen, freundlichen Räume in der Adlershofer Radickestraße sind angefüllt mit Büchern und unzähligen, in sich gewundenen Papiertürmchen, dazwischen stapeln sich Manuskripte und noch zu bearbeitende Post. An den Wänden hängen großformatige Graphiken, die so ziemlich alle mit verschiedenen Buchprojekten zu tun haben; in einer Ecke stehen klaglos zwei gusseiserne Pressen als stumme Zeugen des beredten Treibens ringsum, dankbar, nicht schon längst auf dem Schrott gelandet zu sein.
Vor über zwanzig Jahren, zur Verlagsgründung, war an digitale Technik noch nicht zu denken. Damals wehte noch der Hauch der Konkurrenzlosigkeit des gedruckten Wortes durchs Bücherregal. Auch die kleinen Verlage konnten sich mit Charme und täglich gelebter Selbstausbeutung über Wasser halten, sofern sie eine ausreichend bespielbare Nische inmitten gewaltiger Buchausstöße gefunden hatten. Damals also entstand im alten, mauerumschlungenen West-Berlin der APHAIA VERLAG. Vom Start weg wurde die Idee, drei eigenständige Künste innerhalb eines Buches miteinander zu verbinden, in die Tat umgesetzt. Illustrationen, eigens beauftragte Kompositionen und Texte ergaben begehbare Landschaften, in denen alle Sinne in Wallung geraten konnten und siehe da – das Interesse einer hinreichend großen Leserschaft war geweckt. Beinahe jedes einzelne Buch geriet zur Kostbarkeit, auch seiner äußeren Erscheinung wegen. Bleisatz und Originalgraphik in Verbindung mit feinen, ausgesprochen hochwertigen Papieren – nicht nur Sammlern ging das Herz auf.

Beim Blättern durch zahlreiche Werke fällt auf, dass die Gedichte und Texte vor allem von Druckgraphiken kommentiert werden. Weil die Druckgraphik als reproduzierbares Medium einer jeden Vorzugsausgabe ohne sonderliche Probleme beigefügt werden kann. Aber auch, weil sie – ob puristisch oder opulent – den Faden der Texte weiterspinnen oder gar in Widerstreit mit dem gedruckten Wort treten möchte. In mancher Graphik können sich die Gedanken ebenso verheddern wie in einem ungewöhnlichen Gedicht. Wie Vater und Sohn, Mutter und Tochter, die einander das Liebste sind und dennoch fortdauernd miteinander ringen. Druckgraphik aber auch, weil das nackerte Wort die Partnerschaft von Bildern einer reinweißen Umgebung vorzieht.
1989, im Jahr des Mauerfalls, erschien die "Rattenleier", ein sagenhaftes Zusammenspiel dreier Männer, die auch über die Grenzen des einigkeitstrunkenen Deutschlands hinaus bekannt waren: Leo Kettler (der 1922 unter dem bürgerlichen Namen Lothar Klünner zur Welt kam) schuf eine Reihe von Schüttelreimen, Wolfgang Simon illustrierte die Texte mit Holzschnitten und der Kanadier Perry Friedman steuerte fünf Melodien bei.
Später, 1991, wandelte der Graphiker Simon den Buchtitel in "Lattenreiher", setzte ausgewählte Texte von Hand in Blei und baute eine bibliophile Mappe mit 10 Holzschnitten, 8 Textseiten und 4 illustrierten Texten. Rattenleier und Lattenreiher machen auf poetisch-freche Weise deutlich, dass Bücher mehr sein können – mehr sein müssen – als die bloße Zusammenstellung von künstlerischen, austauschbaren Elementen.

Gerade erschienen und noch feucht hinter den Ohren ist das Buch "Die weniger leichte Bewegung". Es vereint die fantastischen Texte des Berliner Poeten Thomas Luthardt mit Radierungen von Barbara Beisinghoff und Liedern des Komponisten Jens-Uwe Günther. Luthardt – Arzt im Berliner Stadtteil Lichtenberg – hat schon etliche Gedichtbände veröffentlicht (u. a. Mitteldeutscher Verlag Halle, Verlag der Nation Berlin, Edition Schwarzdruck), jedoch noch nie ist ein Band von einer Frau illustriert worden. Barbara Beisinghoff gab den Versen Radierungen zur Seite, die farbenfreudig und kraftvoll die geschriebenen Geschichten aufgreifen und dabei ein beachtliches Eigenleben entwickeln. Aber das ist die Kunst: Das Eine darf das Andere nicht überdecken; Wort und Bild und Musik sollen sich bestenfalls paaren, auf das die Leserschaft befruchtet werde.

Dass Beisinghoff eine der großartigsten deutschen Druckgraphikerinnen ist, sei hier lediglich am Rande erwähnt. Ihre Radierungen sind legendär, ihre Arbeiten mit geschöpften Papieren an Schönheit kaum zu übertreffen, ihr typografisches Können allemal genial.  

Svea Haske – die Verlegerin – ist ein Beispiel für den Mut von Menschen, die ihre Ideen beharrlich verfolgen. Nicht, um groß Kasse zu machen, sondern um jener Magie nahe zu kommen, die von einem erfüllten Leben ausgeht. "Der Verlag ist mein Leben", sagt sie, während eine Druckgrafik nach der anderen zum Vorschein kommt. In der Tat, alles hat sie sich selber beigebracht (wer wird schon als Verlegerin geboren?): Gestaltung, Satz, Layout und später auch das digitale Gedöns drum herum. Das Mixen von Schriften und Schriftschnitten erlernte sie nebenbei, gut beraten von Fachleuten, die ihr auch heute noch zur Seite stehen und inzwischen Freunde wurden. Die Arbeit mit den Künstlern erfordert Fingerspitzengefühl, auch, wenn sie mal ein Manuskript ablehnen muss oder eine Graphik nicht passen will. Sie ist eine Bewahrerin dessen geworden, was erzählens- und zeigenswert ist. Na ja, als Verlegerin ist ihr das knisternde Papier jedes einzelnen Buches und sein Geruch beim Umblättern lieber als das Klicken am Computer. Beides allerdings gehört zusammen, ähnlich wie die drei Künste in ihren Büchern.

Am Ende des Besuchs liegt noch ein Buch auf dem Tisch, ein graues Ding mit einer filigranen Graphik auf dem Titel. "Stein-Garten" heißt es und enthält neben den Texten der in Salzburg geborenen Lehrerin Roswitha Klaushofer einige Zeichnungen von Xago. Der wurde als Rolf Xago Schröder geboren, arbeitete mit 18 als Heizer und Maschinist in der volkswirtschaftlich hochgehaltenen Braunkohle, um später Literatur und Philosophie in Berlin zu studieren. 1975  eckte er gefährlich an, weil er kritische Bemerkungen zum DDR-Städtebau in der Zeitschrift "Für Dich" publizierte und im gleichen Jahr sowohl RIAS als auch BBC einen Kommentar zu einem Paul Klee-Vortrag in der Berliner Stadtbibliothek sendeten. Nach dem Mauerfall wurde er in freien Wahlen zum letzten Präsidenten des Verbandes Bildender Künstler gewählt und war maßgeblich am Abbruch überkommener Strukturen beteiligt. 1991 berief ihn der Berliner Senat ins Stadtforum an die "Bank der Querdenker und Zwischenrufer" mit Zeitgenossen wie Wim Wenders, Marion Gräfin Dönhoff und Volker Hauff. Jener Xago also illustrierte über 50 Bücher und landete eben auch im APHAIA VERLAG.

Dort kommt zusammen, was zusammen gehört. Svea Haske ist Geburtshelferin und Wegbegleiterin aller Ideen, aus denen später Bücher entstehen. Sie befördert einen wachen Geist, Lebensfreude und einen bisweilen bissigen Humor. Neben Texten und Musik kommen jedoch vor allem die Druckgraphiken in ihrer Vielgestalt zu Ehren und eben jene Zeitgenossen, die all dies entgegen digitaler Teilchenbeschleunigungen schaffen.

Uwe Baumann in: UM:DRUCK Zeitschrift für Druckgrafik und visuelle Kultur, Wien,
Nummer 15,  Juli 2010.


Zeit genossen
21 Jahre APHAIA VERLAG

Svea Haske und ihre Tochter Sonja Wendeler genießen es seit 21 Jahren, Verlegerinnen zu sein von Texten –  vor allem Gedichten – zeitgenössischer Autorinnen und Autoren. Ihre Autorinnen und Autoren bringen sie zusammen mit Graphikerinnen und Grafikern sowie mit Komponistinnen und Komponisten, um Bücher zu machen, in denen nicht bloß gelesen werden kann, sondern in denen auch Bilder – vor allem Grafiken – anzuschauen sind und Kompositionen in den Köpfen der Lesenden sich in Töne, in Musik verwandeln. Das ist das Besondere, das den APHAIA VERLAG kennzeichnet.

In das breite und offene Programm des Verlags geben die beiden Verlegerinnen Einblick mit ihrer bibliophil gestalteten Anthologie Mythos des Unsichtbaren, in der sie ausgewählte Arbeiten von 136 Autorinnen und Autoren, bildenden Künstlerinnen und Künstlern und Komponistinnen und Komponisten versammeln. Während die Herausgeberinnen die Texte der Autorinnen und Autoren weitgehend in alphabetischer Reihenfolge der Autorennamen abgedruckt haben, haben sie die bildkünstlerischen Beiträge und auch die Kompositionen assoziativ zwischen den Texten eingefügt.

So korrespondieren in der Anthologie Texte und Bilder, die jeweils ganz eigenständig geschaffen worden sind, als ob sie bereits in wechselseitigem Bezug entstanden seien, wenn beispielsweise eine Tusche-Arbeit von Anna Holldorf zwischen Gedichten von Anne Gollin und Ingrid Gorr platziert ist, oder wenn eine Siebdruck-Arbeit von Gisbert Pupp ins Surreale zu gleiten scheint neben einem surreal anmutenden Prosagedicht von Hans-Jürgen Heise. Oder wenn eine Komposition von Johann Gottlob von Wrochem den Rhythmus beim Lesen von Marianne Schmidts Prosatext beeinflusst.

Der Mythos des Unsichtbaren erzählt von der produktiven Kraft des Zusammenwirkens verschiedener Künste. Auch diese Anthologie mit Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus drei Kunstsparten vereint auf dem Buch- und Kunstmarkt etablierte und noch nicht etablierte Künstlerinnen und Künstler. In der Nachbarschaft mit solch hervorragenden Autoren wie Jürgen Beckelmann,  Wiacheslaw Kuprijanow, Joochen Laabs, Richard Pietraß, Michael Speier oder Stevan Tontic, im Nebeneinander mit bildenden Künstlerinnen und Künstlern wie Aldona Gustas (die zugleich eine profunde Lyrikerin ist), Wolfgang Nieblich, Werner Stötzer oder Arno Waldschmidt wird die Neugier auf die Arbeiten jüngerer, unbekannterer Künstlerinnen und Künstler geweckt.

In der Anthologie Mythos des Unsichtbaren spiegelt sich die Vielseitigkeit des APHAIA VERLAGs. Während in der Reihe Mitlesebuch in schmalen Heften jeweils ein Autor, eine Autorin mit Gedichten oder kurzen Prosatexten und ein Grafiker, eine Grafikerin mit zwei Arbeiten vorgestellt werden, erscheinen in der Reihe Literatur, Musik und Bildende Kunst von Zeitgenossen Buchobjekte, die aus einer Zusammenarbeit von Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten Literatur, bildende Kunst und Musik entstanden sind. Daneben erscheinen im APHAIA VERLAG auch immer wieder Künstlerbücher in kleinen Auflagen mit Original-Grafiken. Freilich sind diese Künstlerbücher nicht allein bibliophile Kostbarkeiten. Bereits die Reihe Mitlesebuch ist für viele Buchliebhaber ein Objekt des Sammelns geworden, für das Wolfgang Nieblich einen Sammelschuber gestaltet hat.

Wohl von Dieter Straub angeregt, der lange in Griechenland gelebt hat, haben Svea Haske und Sonja Wendeler ihrem Verlag den Namen Aphaia gegeben, also den Namen der kretischen Göttin Britomaris, die auf der Insel Aigina als Aphaia verehrt worden ist. Weshalb? Die beiden Verlegerinnen werden nicht müde zu erzählen, dass der Parthenon-Tempel in Athen, der Poseidon-Tempel auf Kap Sunion und der Aphaia-Tempel auf Aigina ein gleichschenkliches Dreieck bilden. Und obgleich jede Gottheit dieser Tempel eine andere Wirkungskraft hatte, gehörten sie durch das Maß zusammen. Literatur als Kunst, bildende Kunst und Musik bilden im APHAIA VERLAG zwar kein gleichschenkliches Dreieck, weil die Literatur dominiert, aber immerhin ein Dreieck mit einer wunderbaren Wirkungskraft: zunächst auf die beteiligten Künstlerinnen und Künstler aus den drei Kunstsparten, zuletzt auf die Menschen, die die Bücher lesen und anschauen und die CD’s und Toncassetten abhören. Es ist dieses unsichtbare Dreieck – Literatur, bildende Kunst, Musik –, das in den Publikationen des APHAIA VERLAGs sichtbar geworden ist und mit der vorliegenden Anthologie sichtbar ist. Soviel zum Geheimnis des Mythos des Unsichtbaren!

Dietger Pforte in: "Mythos des Unsichtbaren", Jubiläumsalmanach, APHAIA VERLAG 2007